SPD Münstertal

 

Technik und Pflege im Alter – bleibt der Mensch auf der Strecke

Veröffentlicht in Veranstaltungen

Die Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Breisgau-Hochschwarzwald hatte am 28.11. nach Bad Krozingen eingeladen. Zusammen mit der Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle aus dem Kreis Emmendingen durfte ich das Thema „Technik und Pflege im Alter – bleibt der Mensch auf der Strecke“ diskutieren.

Viele Menschen sind besorgt, dass sie im Alter aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgerissen werden, wenn sie einmal nicht mehr selbstversorgt leben können.

Mit dem neuen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG) ist Baden-Württemberg bundesweit Vorreiter. Während das alte Landesheimgesetz nur die Alternative „Pflegeheim“ oder „Häuslichkeit“ kannte, fördert und ermöglicht das neue Gesetz eine bisher nie dagewesene Vielfalt von Wohn- und Versorgungsformen.

Das Herzstück des neuen Gesetzes ist die neu geschaffene Wohnform „ambulant betreute Wohngemeinschaft“ für volljährige Menschen mit Unterstützungs- und Versorgungsbedarf. Hier dürfen maximal bis zu 12 Personen zusammenleben. Diese können ihr Leben und die täglichen Abläufe nur teilweise selbst bestimmen. Daher ist hier in einem gewissen Umfang eine staatliche Aufsicht vorgesehen. Ein Anbieter verantwortet die WG beziehungsweise organisiert Wohn- und/oder Serviceleistungen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können ihre Pflegeleistungen frei wählen, eine Präsenzkraft ist rund um die Uhr anwesend und in der Wohnung stehen insgesamt 25 Quadratmeter pro Person zur Verfügung.

Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen sind auf eine Anzahl von bis zu 8 Personen beschränkt. Um der eigenständigen Lebens- und Bedarfssituation der Bewohnerinnen und Bewohner gerecht zu werden, gelten andere Voraussetzungen und Anforderungen als für WGs für Menschen mit Pflegebedarf. Menschen mit Behinderungen sollen hier ihren Fähigkeiten entsprechend soweit wie möglich selbstbestimmt leben können. Die notwendige Unterstützung ist häufig zeitlich oder auf bestimmte Handhabungen beschränkt. Erforderlich ist daher in sehr unterschiedlichem Umfang eine Präsenz und gegebenenfalls ergänzend eine Rufbereitschaft. Eine weitere Individualisierung dieser Vorgaben kann in Wohngemeinschaften für Menschen mit psychischer Erkrankung erfolgen.

In einer „selbstverantworteten Wohngemeinschaft“ (maximal 12 Personen) regeln die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich. Dies bedeutet, dass sie unter anderem Pflege- oder Unterstützungsleistungen frei wählen und Dinge des täglichen Lebens selbstbestimmt gestalten. Diese Wohnform ähnelt sehr stark dem Leben in den eigenen vier Wänden und erfordert deshalb keine staatliche „Aufsicht“. Selbstverantwortete Wohngemeinschaften müssen jedoch bei der zuständigen Heimaufsicht angezeigt werden.

Ich betonte zusammenfassend nochmal, dass sich gerade vor dem Hintergrund einer sich ändernden Gesellschaft, in der es nicht mehr notgedrungen so ist, dass alternde Menschen in der Familie gepflegt werden (können), wichtig ist, andere Modelle zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen auch im Alter ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Hier ist mit dem WTPG ein großer Schritt gelungen.

Im Anschluss besuchten wir noch den Bad Krozinger Christkindelsmarkt, auf dem die Genossen des Ortsvereins Linzertorte und Glühwein zugunsten des MEDIAN Haus St. Georg verkauften, und überzeugten uns vom Wohlgeschmack des Getränks.

Birte Könnecke

 

Homepage Dr. Birte Könnecke

Kommentare

Zu Artikeln, die älter als 90 Tage sind, können keine Kommentare hinzugefügt werden.

kein Titel

hallo Birte, habe heute durch den Brief von Clara (Zahlkarte) den Hinweis auf Dich bekommen. Azu erstmal, es tut mir leid, dass ich nicht auf den Weihnachtsmarkt zum SPD- stand kommen konnte. Ich hoffe, dass es das nächste Mal, wenn Du in Krozingen bist, klappen wird, denn ein Gespräch über Politik von Frau zu Frau macht Sinn. Übrigens ich bin fast 82 Jahre alt und lebe allein in meinem Haus. (Seit Nov. 1984 bin ich in der SPD. /Das waren noch Zeiten! ich war die 1. Frau hier im Ortschaftsrat unter 12 Männern!) Solidarische Grüße Helga Eberle

Autor: Helga Eberle, Datum: 20.12.2015